14.07.2010 Stuttgarter Waffenbesitzsteuer nimmt die Falschen ins Visier
WLSB-Präsident Tappeser:
Keine zusätzlichen Belastungen für Sportschützen
Der Württembergische Landessportbund (WLSB) lehnt die geplante Waffenbesitzsteuer in Stuttgart aufgrund der zusätzlichen finanziellen Belastungen für die rund 1.600 Sportschützen in den 23 Schützenvereinen ab. „Durch die Sparmaßnahmen in vielen kommunalen Haushalten sind die Sportvereine bereits grenzwertig belastet. Wir dürfen eine zusätzliche Steuer für Sportlerinnen und Sportler deshalb nicht zulassen“, kommentiert WLSB-Präsident Klaus Tappeser die Vorschläge aus dem Stuttgarter Rathaus. Wenn dieses Vorhaben den Gemeinderat der Landeshauptstadt in der jetzigen Form passiere, könnten schon bald weitere Kommunen diese Einnahmequelle für sich erschließen. „Die ehrenamtliche Arbeit in den Schützenvereinen darf nicht mit einer Extra-Steuer bestraft werden. Schon gar nicht bei Sportgeräten, die für eine Sportart unverzichtbar sind“, stellt Klaus Tappeser klar. Zudem: Wer Waffen für mehrere Disziplinen besitzt, wird voraussichtlich mehrfach zur Kasse gebeten, was sich bei der diskutierten Steuerhöhe von 100 bis 150 Euro zu einem stattlichen jährlichen Betrag summiert. Genauso wenig nachvollziehbar ist es für den WLSB-Präsidenten, bei der Steuerpflicht zwischen Breiten- und Leistungssportlern eine Trennlinie zu ziehen. Ohne das große Engagement der vielen Freizeitsportler würde es auch bei den Schützen kaum ein Sportler in den Profi-Bereich schaffen. Deshalb dürfe kein Keil zwischen Hobby- und Spitzensport getrieben werden.
18.07.2010, 21:30 Uhr |